Quidditch

Quidditch!? Was steckt da eigentlich hinter?

Quidditch ist eine gemischtgeschlechtliche Vollkontakt-Sportart und wird als Mischung aus Rugby, Handball und Dodgeball gespielt. Quidditch ist eine noch sehr junge Sportart und manche Regeln werden noch weiter entwickelt.

„Spieler*innen müssen während des Spiels die gesamte Zeit über einen ‘Besen’ zwischen den Beinen behalten. Aerodynamisch an den Sport und die Sicherheitsansprüche des Körperkontakts angepasst handelt es sich hierbei in der Regel um leichte PVC-Stangen. Jedes Team schickt sieben Spieler*innen aufs Feld: Drei Chaser passen sich den Quaffel, eine Volleyball, zu, und versuchen, durch einen der drei Ringe des gegnerischen Teams zu werfen, um 10 Punkte pro Tor zu gewinnen. Der Keeper verteidigt die eigenen Ringe des Teams. Zwei Beater spielen mit Bludgern (Dodgebälle), die sie nach gegnerischen Spieler*innen werfen, um diese abzuwerfen. Wer von einem Bludger getroffen wurde, muss vom eigenen Besen absteigen und darf nicht ins Spiel eingreifen, ehe er*sie die Ringe des eigenen Teams berührt hat. Der Seeker des Teams versucht, den Schnatz zu fangen. Der Schnatz ist Teil des Schiedsrichter-Teams und ist in gelb gekleidet und hat einen am Hosenbund befestigten Tennisball in einer Socke. Wird der Schnatz gefangen, d.h. die Socke herausgezogen, endet das Spiel und bringt 30 Punkte.

Von den sieben Spieler*innen auf dem Feld dürfen sich maximal vier mit dem gleichen Geschlecht identifizieren. Auf diese Weise sind Spieler*innen jeden Geschlechts, ob innerhalb oder außerhalb des binären Systems, willkommen, Quidditch zu spielen.“

Die Sportart wurde 2005 von Studenten in den USA „erfunden“ und bereitet sich seitdem v.a. über die Unis weltweit aus. Es kommt nicht selten vor, dass im Auslandssemester (v.a. im englischsprachigen Raum) Quidditch zufällig an der Uni ausprobiert wird und die Begeisterung so groß ist, dass – zurück zu Hause – ein eigenes Team gegründet wird. So ist zum Beispiel auch das Bonner Team der Rheinos gegründet worden.
Auch wenn die Idee aus den Büchern Harry Potter kommt, hat sich die Sportart davon weg entwickelt und hat im Spiel nicht mehr viel damit zu tun – abgesehen von Namen oder Bezeichnungen, die noch von J. K. Rowling stammen. Die Sprache und Bezeichnungen im Training oder auf Turnieren ist eher vergleichbar mit Rugby. Trotzdem ist die Herkunft der Sportart natürlich präsent und um die Turniere herum sind auch immer wieder Harry Potter-Fans zu finden.

Durch den „ungewöhnlichen“ Hintergrund der Sportart und wohl auch auf den Status einer Nischensportart zurückzuführen, lässt sich meist ein deutlich breiteres Publikum bei Training und Turnieren finden als sonst im Sport – v.a. Leistungssport - üblich. Es zeigt sich, dass viele Spieler und Spielerinnen „wegen Potter kommen, aber wegen des Sports bleiben”. Quidditch bietet so die Möglichkeit, viele Menschen zum Teamsport und zu Turnieren zu motivieren, die den sonst vergleichbaren Sportarten eher weniger zugeneigt sind.

Im englischsprachigen Wikipedia ist Quidditch als Sportart sehr gut erklärt: wikipedia.org/wiki/Quidditch_(sport)

Quidditch in Deutschland

Es gibt in Deutschland aktuell über 40 Teams. Damit stellt Deutschland neben Großbritannien die meisten Teams in Europa. Jährlich gibt es zwei große Turniere: Die Deutsche Meisterschaft und das Qualifizierungsturnier für den European Quidditch Cup. Zusätzlich gibt es seit 2017 sechs verschiedene Ligen: NRW-Liga, Nord-Liga, Ost-Liga, Rhein-Main-Liga, Baden-Württemberg-Liga, Bayern-Liga. Die Deutschen Teams werden über den Deutschen Quidditchbund organisiert und vertreten.

Quidditch international

Es gibt mittlerweile über 30 Nationalmannschaften weltweit. 2012 gab es die erste Weltmeisterschaft in Oxford. Die deutsche Nationalmannschaft nahm bei der ersten Europameisterschaft im Juli 2015 in Sarteano, Italien das erste Mal an einem internationalem Turnier teil. Ein Jahr später belegte sie bei der Weltmeisterschaft in Frankfurt 2016 den 11. Platz. Das Jahr danach war geprägt von einem „Boom“ an neuen Teams in Deutschland. Ein Jahr später fand die Europameisterschaft in Oslo (Platz 5) statt und 2018 wieder die Weltmeisterschaft in Florenz (Platz 7).

In Europa findet seit 2012 der European Quidditch Cup (EQC) statt. Für den EQC gibt es pro Land eine bestimmte Anzahl an Plätzen für die Teams, die über nationale Qualifizierungsturniere verteilt werden.

Die weltweite Quidditchszene wird über die IQA, die International Quidditch Association organisiert.